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Vielleicht brauchst Du jQuery nicht mehr

John Resig, Creator of jQuery - CC-BY:  MIXEvent
John Resig, Creator of jQuery - CC-BY: MIXEvent

Viele Webentwickler binden automatisch jQuery in ihre Projekte ein. Denn lange Zeit war natives Javascript eine Zumutung. So rät der Javascript-Workshop zur Feature-Detection, denn die Unterschiede zwischen Netscape und Internet Explorer 4 seien eben doch sehr groß, und man dürfe ja auch die AOL-Browser in vielfältigen Varianten nicht vergessen. (ähnlich Wikipedia)

Damals waren immer und immer wieder die gleichen Feature-Detections und Wrappers nötig, um über die verschiedenen Browser-Inkompatibilitäten hinweg zu kommen. Da lag es nahe, diese zu sammeln und Frameworks wie Prototypejs oder Mootools nahmen den Entwicklern diese Arbeit ab. John Resig schließlich schuf den Alltimefavourite jQuery und hat sich damit einen unvergesslichen Platz in der Geschichte der Webentwicklung erarbeitet.

Die Browser-Hersteller haben die Botschaft verstanden. Manch neuer ECMA-Standard kommt dem langjährigen jQuery-User bekannt vor. Und Browser verhalten sich viel einheitlicher. So wird es interessant, sich mit den nativen Pendants der jQuery-Funktionen zu beschäftigen. Die Seite youmightnotneedjquery.com listet diese für die meisten jQuery-Funktionen auf. Man kann sogar bequem die älteste zu unterstützende IE-Version auswählen.


Aktuelle Browserstatistiken, CC-BY-SA StatCounter

Nach den neuesten Statistiken sollte dies für viele Projekte der Internet Explorer 11 sein. Damit wird die Arbeit mit nativem Javascript fast so bequem wie mit jQuery. Der enorme Produktivitätsgewinn, den jQuery einstmals brachte, schmilzt zusammen – eine Tendenz, die sich fortsetzen wird. Und je besser natives Javascript wird, desto seltener kann man sich darauf verlassen, jQuery auf fremden Seiten vorzufinden. Deshalb sollten sich Plugins, Tools und Werbebanner, die in andere Seiten eingebunden werden, von jQuery unabhängig machen.

Doch auch Webseiten, die für sich selbst stehen, können von einem Verzicht auf jQuery profitieren:

Zu langsamen Seiten schickt Google weniger Besucher und diese fühlen sich weniger wohl:

In den letzten Monaten habe ich bei Kleinst-Projekten mit nativem Javascript gearbeitet. Denn bei wenigen Dutzend Zeilen Javascript-Code spart ein Framework mit vielen hundert Zeilen keinen Overhead, sondern verstößt gegen KISS. Und bei solch kleinen Projekten fällt der Aufwand, youmightnotneedjquery zu durchsuchen, nicht ins Gewicht. Dass manche Ausdrücke nun länger sind, stört mich wenig, mein Editor kann Code-Completion. Im Übrigen finde ich es überraschend unkompliziert.

Bei größeren Projekten bin ich noch skeptisch. In einem Team müssen auch die Kollegen bereit sein, sich auf natives Javascript einzulassen. Und mit wachsender Code-Menge und -Komplexität steigt auch die Wahrscheinlichkeit, auf einen der 88 Browser-Bugs zu stoßen.

Patrick Kunka, der es ausprobiert hat, berichtet davon allerdings nichts. Stattdessen schreibt er: „The low-level nature of working with the DOM directly is more likely to inspire efficiency in other parts of your code.“ Erst so wird man frei, die Vorteile von nativem Javascript zu nutzen. Und es sollte auch helfen, sich schnell in neue Frameworks einzuarbeiten und nachhaltigen Code damit zu schreiben.

2 Antworten zu “Vielleicht brauchst Du jQuery nicht mehr”

  1. Hallo Petra, super Artikel!

    Hat mich glatt überzeugt, den jQuery Code aus achtelbass.de wieder rauszunehmen. Wenn du Zeit und Lust findest, kannst du das gerne auch selbst machen. Ich würde mich freuen.

    Artur

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